Zahnärzte

Dr. Jürgen Timm | Dr. Lena Buchwald | Dr. Olaf Timm

Tel: (04343) 6241 | (04343) 6242

Zahnärzte ohne Grenzen -Togo

Zahnärzte ohne Grenzen

Unser Einsatz in Togo, Westafrika

Kaum jemand kennt das ehemalige deutsche und französische Mandatsgebiet, das seit 1960 unabhängig ist und seitdem von einer militärisch gestützten Regierung verwaltet wird. Die Infrastruktur folgt dem Handel mit landwirtschaftlichen Gütern und macht die 6 Millionen Einwohner nicht reich. Die Klinik in der Küstenstadt Aneho – 50 km von der Hauptstadt Lomé entfernt - beschränkt sich auf eine Notversorgung mit minimalem zahnärztlichem Anteil. Hier richteten wir im November 2018 in einem Büroraum eine provisorische Praxis ein, mit 3 Behandlungsstühlen und 6 Mitarbeitern der Klinik, die uns in der Assistenz, der Übersetzung, der Organisation und im Hygienebereich unterstützten. Die Klimaanlage ermöglichte uns in einem 33° feuchtwarmen Klima zurechtzukommen. Da sich der überwiegende Teil der Bevölkerung eine Behandlung nicht leisten kann, waren wir 4 Zahnärzte sehr willkommen. In ihrer Not suchen die Togolesen erst mal Rat beim Voodopriester. Auch wir besuchten ihn.

Für unsere Unterkunft, den Transport, die Verpflegung und Sicherheit wurde gesorgt. Vorbereitet haben wir uns mit umfassender Impfung, der Malaria Prophylaxe und einer mitgebrachten Grundausstattung. Auffällig im Alltag ist eine zuversichtliche Grundstimmung die bei dem Anblick von 4 „weißen Medizinmännern“ oft in ein freundliches Lächeln übergeht. So ein Lächeln muß erhalten werden, war nur eine unserer Vorgaben, neben der Schmerzbefreiung Mit ersten Prophylaxe-Maßnahmen bei Kindern begannen wir ein Zahnbewußtsein zu vermitteln und verteilten viele gespendete Zahnbürsten. Darüber hinaus versorgten wir 330 Patienten mit notwendigen Füllungen und entfernten Zähne, die nicht zu retten waren. Dies geschah trotz schwierigster Umstände mit den notwendigen hygienischen Vorgaben, die uns auch in unseren Breiten vor Infektionen schützen sollen. Französisch ist zwar die Amtssprache, darüber hinaus übersetzten uns die Assistenten die in der Stammessprache vorgebrachten Wünsche. So war das notwendige Einvernehmen mit unseren Patienten immer gegeben.

Was bleibt nach 2 Wochen Tätigkeit in einem unterversorgten Landstrich, in den sich keine Touristen verirren? Eine Bevölkerung, die demütig mit ihren Defiziten zu leben versucht, ist nicht mit ein paar Mitbringseln zu beglücken, doch ist dieser Einsatz vor Ort jeder Entwicklungshilfe überlegen, deren Überweisungen oft in dunklen Kanälen versickern. Mit vielen interessierten Klinikangehörigen entwickelte sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich noch heute in einem freundschaftlichen Mailverkehr fortsetzt.

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